Gideon Appah
Geboren in 1987, Accra
Gideon Appah, 1987 in Accra (Ghana) geboren, studierte von 2008 bis 2012 Malerei an der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) in Kumasi – zur gleichen Zeit wie Ibrahim Mahama. Er entwickelte ein malerisches Werk, das von einer fauvistischen Farbpalette geprägt ist und von seinen persönlichen Erinnerungen sowie einer – bisweilen verklärten – Nostalgie für die Zeit der Unabhängigkeit Ghanas durchzogen wird.
Dem in Westafrika weit verbreiteten Akan-Prinzip des „Sankofa“ folgend – das dazu aufruft, den Blick auf die Vergangenheit zu richten, um die Zukunft zu gestalten –, schöpft er aus seinen Kindheitsträumen und seinem Alltag, um Menschen aus seinem Umfeld darzustellen. Ab 2020 integrierte er fiktive Figuren in seine Gemälde; seine Vorbilder und Inspirationen fand er dabei in Zeitungen aus den Jahren 1950 bis 1980, die Zeugnis ablegen von der Populärkultur, dem Kino und dem kulturellen Leben in Accra sowie zunehmend von Freizeitaktivitäten am Tag, insbesondere solchen am Strand.
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Gideon Appah, Roxy 2, 2020-2021, huile et acrylique sur toile, 218 × 198 cm. Courtesy of the artist and Mitchell-Innes & Nash, New York
Beeinflusst von großen amerikanischen Porträtmalern (von Charles White über Bob Thompson bis hin zu Noah Davis), oszillieren Gideon Appahs imaginäre Landschaften und Szenen zwischen Traumwelt und Utopie: Sie lösen sich von der Realität, ohne sie je zu verleugnen; sie stellen Ghana nicht auf buchstäbliche Weise dar, entfernen sich aber dennoch nie gänzlich davon.